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Das virtuelle Kino-Abenteuer für alle Sinne

Mit Dreamscape beginnt eine neue Kino-Ära. Dank Schweizer Virtual Reality-Technologie wird das Publikum von nun an selbst zu Filmfiguren – und erlebt dabei Geschichten zum Mitmachen, Anfassen, Riechen und Fühlen.

January 1, 1970 . Lesedauer: 3 Min.

Die ersten Schritte im virtuellen Raum sind noch unsicher; der Gleichgewichtssinn muss sich zuerst an das Ungewohnte gewöhnen. Über einen steinigen Weg laufen wir zur Kutsche, die uns ins Genf von 1850 bringen soll. Es riecht nach Pferden, ich höre ihr Schnauben und staune – dank meiner Virtual Reality-Brille und Sensoren an Händen und Füssen reise ich mal eben schnell in die Vergangenheit. Meine Begleiterin sieht aus wie ein Fräulein aus dem 19. Jahrhundert, mit schickem Hut, in der Hand den Einladungsbrief, der uns Zutritt zur Stadt Genf ermöglicht.

Virtual Reality ohne Einschränkungen

In Wirklichkeit bin ich per Zug nach Genf gereist. Die Einladung erhielt ich vom neuen Sunrise-Partner Dreamscape, der vor Kurzem ein altes Kino in der Innenstadt von Genf in ein modernes VR-Erlebniszentrum umgebaut hat. Hier treffe ich Caecilia Charbonnier, Co-Gründerin von Dreamscape. Sie erinnert sich an die Anfänge 2015. «Damals gab es in der virtuellen Welt viele Einschränkungen», erzählt sie. «Du musstest sitzen, warst alleine und hattest keine Möglichkeit, deine Figur zu sehen oder Dinge zu berühren.» Das wollte Caecilia ändern. Zusammen mit ihren Kollegen von Artanim, ihrer Stiftung zur Entwicklung von Motion Capture-Technologien, erfand sie eine Technologie, die komplett neue VR-Erlebnisse ermöglicht. Zusammen mit anderen Menschen in einen Film eintauchen, sich darin frei bewegen, kommunizieren, Dinge anfassen, seinen eigenen Körper in anderer Form sehen und mit allen Sinnen erleben – Caecilias Traum wurde Realität.

Im Wartebereich von Dreamscape steigt die Spannung auf die Zeitreise ins 19. Jahrhundert.

Kaum sind wir im Genf des 19. Jahrhunderts angekommen, wird es Abend. Wir schnappen uns Öllampen, um unsere Erkundungstour fortzusetzen. Eine Katze streicht mir um die Beine. Über uns leuchten die Sterne, wir stehen am Fluss, die Szenerie ist zauberhaft – bis plötzlich eine Explosion ertönt. Wir sehen für einen Moment gar nichts mehr; jemand ruft uns zu, wir sollten flüchten. Auf welch wunderbare Weise uns die Flucht und der Weg zurück in die Gegenwart gelingt, sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Das 25-minütige Erlebnis war im Nu zu Ende.

«Wir hatten Glück: Wir lernten Amerikaner kennen, welche die gleiche Vision hatten wie wir. Nämlich die Entertainment-Industrie zu revolutionieren»
Caecilia Charbonnier, Co-Gründerin von Dreamscape

Wie ging es danach weiter mit der Erfindung von Artanim? «Wir haben die neue Technologie an verschiedenen Filmfestivals vorgestellt und hatten Glück: Wir lernten Amerikaner kennen, welche die gleiche Vision hatten wie wir. Nämlich die Entertainment-Industrie zu revolutionieren», sagt Caecilia Charbonnier. Die Amerikaner wurden Partner und Produzenten von Artanim. Gemeinsam kreierten sie «Dreamscape». So  kam es, dass das erste Dreamscape-Center in Los Angeles eröffnet wurde. Später folgten weitere in den USA und in Dubai; Genf ist der erste Standort in Europa.

Viel Action auf dem Drachenrücken

Nebst «Geneva 1850» stehen derzeit die Filme «Alien Zoo» und «Dragons» zur Auswahl. Ich entscheide mich für Dragons, da ich unbedingt wissen will, wie sich das Fliegen auf einem Drachen anfühlt. So kann ich später meiner Tochter davon berichten, deren aktuelle Lieblingsserie zufälligerweise eben «Dragons» ist.

Das VR-Erlebnis «Dragons» lässt die Teilnehmenden in ein actionreiches Flugabenteuer eintauchen.

Mein Begleiter in diesem Film ist der Sunrise Mitarbeiter Clarence Arnold, der im Shop gleich oberhalb von Dreamscape arbeitet und sich zusammen mit seinem vierzehnjährigen Cousin auf die Drachenjagd wagt. Er werde immer wieder von Kunden nach Dreamscape gefragt und freue sich, es nun endlich selbst zu erleben. Die Entscheidung für «Dragons» war gut: Auf rasantem Flug und mit Wind in den Haaren steuere ich meinen Drachen durch fantastische Welten, wobei ich mir die vielen tollen Details gerne genauer ansehen möchte. Die Drachen von Clarence und seinem Cousin sind mal neben, mal vor mir. Ein riesiger Spass – ausser für meinen Magen. Trotzdem würde ich mich am liebsten gleich nochmals ins Abenteuer stürzen.

Caecilia und ihr Team arbeiten derweil bereits an neuen Erlebnissen. Was mag sie eigentlich besonders an Dreamscape? Sie zögert nicht lange: «Die unendlichen Möglichkeiten! Hier erlebst du Dinge, die im echten Leben nie möglich wären.»

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Dreamscape: Das musst du wissen

Ort: Genf, 10 Gehminuten vom Hauptbahnhof

Preis: CHF 25.- pro Erlebnis

Sprachen: Französisch und Englisch

Alter: ab 10 Jahren