Die Smarte Verbindung

Der Flughafen Zürich zählt 25 Millionen Passagiere pro Jahr. 25'000 Menschen arbeiten dort. Alle wollen jederzeit und überall telefonieren, surfen und Daten herunterladen können. Damit das klappt, arbeiten die Informationsspezialisten exklusiv mit Sunrise zusammen.

Der Flughafen Zürich arbeitet mit Sunrise mobile
Flughafen Zürich: Sunrise ist verantwortlich für Aufbau und Betrieb der Telekominfrastruktur
Copyright: Flughafen Zürich

Die Bushaltestelle heisst «Im Rohr». Hier, in einem strikt funktionalen Gebäude, sieben Busminuten vom Flughafenbahnhof, hat die Flughafen Zürich AG ihren Hauptsitz. Nichts ist hier zu spüren von der kühlen Eleganz und vom dezenten Luxus des Airport Center. Wären nicht das Brummen einer startenden A380 und die Bildschirme mit bewegten Flugzeugsymbolen in der Eingangshalle, würde nichts auf das Kerngeschäft des Unternehmens hindeuten, das in diesem schmucklosen Bau am Rand des Areals untergebracht ist. Die Betreiberin des Flughafens Zürich ist ein Dienstleistungsunternehmen. Es muss nicht repräsentieren, sondern liefern. Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid machte das an der Generalversammlung 2010 deutlich, als aus dem zehn Jahre zuvor eingeführten, viel verspotteten Namen «Unique» wieder die Flughafen Zürich AG wurde: «Wir sind zwar ‹unique›, müssen aber nicht mehr so heissen.» Leistung statt Firlefanz führte dazu, dass der Flughafen Zürich dieses Jahr zum elften Mal in Folge den World Travel Award in der Kategorie «Führender Flughafen Europas» erhielt. Eines der wichtigsten Kriterien für die Auszeichnung ist die Servicequalität. Dazu gehören die reibungslos funktionierende IT und Telekommunikation.

Stillstand ohne IT

Verantwortlich dafür ist Konrad Zöschg mit seinem Team von rund 120 Mitarbeitenden. Viele von ihnen sind wie er selber Ingenieure. Seit zehn Jahren ist er in verschiedenen Funktionen für die Flughafen Zürich AG tätig, heute als Leiter der Information & Communication Technology. Auch er sieht sich in erster Linie als Dienstleister. Denn ohne IT fände kein Koffer seinen Weg, kein Passagier könnte elektronisch einchecken, wohl kein Geschäft in der heutigen Zeit am Flughafen gewinnbringend betrieben werden. Der Flughafen würde praktisch stillstehen. «Dass die Infrastruktur, die Verbindungen für Gespräche und die Datenübertragung reibungslos funktionieren, ist heute für alle eine Selbstverständlichkeit », sagt Zöschg. Er stellt mit seinem Team nicht nur sicher, dass es so bleibt, sondern auch, dass für zukünftige Bedürfnisse die richtige technische Lösung zur Verfügung steht. «Das ist ein schnelllebiges Business», sagt er. «Welche Themen, an die wir heute noch gar nicht denken, bringt die Zukunft? Wir müssen versuchen, agil genug zu sein, um die Antwort zu finden. Sicher werden die Ansprüche an die Mobilität noch zunehmen. Das Smartphone ist heute schon ein unentbehrlicher Begleiter, es wird in Zukunft noch viel mehr als heute können.»

Sunrise ist seit Jahren verantwortlich für Aufbau und Betrieb der gesamten TelekomInfrastruktur des Flughafens.

Rasanter Anstieg der Daten

Im letzten Jahr nutzten fast 25 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich, was mit einem sehr hohen Datenaufkommen einhergeht. «Um den Flughafenbetrieb weiter zu verbessern, müssen wir diese Daten bestmöglich nutzen, Prozesse noch effizienter gestalten und Verspätungen minimieren», sagt Zöschg. «Für die nächsten beiden Jahre erwarten wir einen Anstieg der zu analysierenden Datensätze um bis zu eine Milliarde.» Es ist eine Herausforderung von vielen. Allein die Grösse des Flughafens und die enorme Anzahl von Menschen, die sich dort bewegen, stellen grosse Ansprüche an die Information und Telekommunikation. 70'000 Menschen nutzen jeden Tag den öffentlichen Verkehr: die Glattalbahn (Tram 10), 351 Züge im Bahnhof, 16 Bus- und Postautolinien mit 738 Abfahrten pro Tag. Für die Autofahrer stehen in Parkhäusern 11'800, im Freien 5'300 Parkplätze zur Verfügung. Dass sich alle Abfahrtszeiten und Perrons ebenso wie die Abflug- und Ankunftszeiten und die entsprechenden Gates auf dem Handy abrufen lassen, ist selbstverständlich. Viele von diesen Tausenden von Menschen fliegen gar nicht, sondern arbeiten am Flughafen. Es sind insgesamt rund 25'000, lediglich knapp 1'600 von ihnen bei der Flughafen Zürich AG, die anderen in einem der rund 280 Unternehmen auf dem 880 Hektaren grossen Gelände. Das sind 116 Retail-Geschäfte, 51 Gastrobetriebe mit 2136 Sitzplätzen und zahlreiche weitere von SR Technics bis zu Gate Gourmet und Fluggesellschaften. Alle sind sie auf gute Verbindungen angewiesen. Weil die Flughafen Zürich AG aber kein Telekomkonzern ist, wurde gezielt ausgelagert. Nach der Ausschreibung gemäss WTO-Richtlinien erhielt Sunrise den Zuschlag als sogenannter Lead Carrier. Das Unternehmen ist deshalb seit Jahren verantwortlich für Aufbau und Betrieb der gesamten Telekom-Infrastruktur des Flughafens. «Im Bereich Festnetz stellen wir die erforderlichen Kapazitäten für den abgehenden Gesprächsverkehr sicher, beim Internet die benötigte Bandbreite für rasche Verbindungen», sagt Andreas Wolf, Director Strategic Accounts bei Sunrise.

In Spitzenzeiten bewegen sich pro Tag so viele Menschen durch den Flughafen, wie Winterthur Einwohner hat.

Keinen Winkel auslassen

Für sein Unternehmen, sagt Wolf, bedeutete der Auftrag ein Millionen-Investment vor allem in die Mobile-, aber auch in die Festnetz-Infrastruktur. An Herausforderungen mangelt es nicht. Zu den 25'000 Arbeitenden am Flughafen kommen im Durchschnitt 68'000 Passagiere pro Tag, in Spitzenzeiten sind es auch mal über 90'000. Dann bewegen sich so viele Menschen durch den Flughafen, wie Winterthur Einwohner hat. Und fast jeder hat ein Handy, ein Tablet, einen Laptop oder alles gleichzeitig dabei, muss jederzeit telefonieren, surfen, Daten herunterladen können. Das verlangt nach einer Infrastruktur, die keinen Winkel auslässt: im Freien, in den zahllosen Gebäuden, in jeder der vielen Katakomben, die unter den 880 Hektaren Fläche verlaufen, auf denen 1'375 Fussballfelder nach den minimalen Fifa- Standards Platz hätten. «Allein die mobile Infrastruktur umfasst deshalb 35 Basisstationen, mehr als 200 Antennen und 60 Repeater», sagt Wolf. Aber nicht von jedem Carrier: «Wir wollten verhindern, dass jeder Provider – Swisscom, Orange, Sunrise – seine eigenen Anlagen baut», sagt Konrad Zöschg. Deshalb wurde ein Lead Carrier gewählt, der seinerseits dafür zu sorgen hat, dass Kunden anderer Provider keine Nachteile haben. Mit dem Vertrag ging Sunrise auch andere Verpflichtungen ein: Das Unternehmen musste unter anderem Lösungen entwickeln, damit jene ein SMS erhalten, die sich für den kostenlosen WLAN-Empfang am Flughafen registrieren. Es sorgt für die Konvergenz von Festnetz- und Mobile-Lösungen. Und es muss die erforderlichen Technologie-Upgrades garantieren – jenes von UMTS auf LTE/4G wurde vor kurzem vollzogen. «Zum Vertrag gehört auch, dass wir den Kunden des Flughafens und sämtlichen Beschäftigten samt Angehörigen spezielle Airport- Tarife anbieten sowie einen Shop auf dem Gelände mit kompetenter Beratung der Kunden führen», sagt Wolf. Die Verrechnung der Millionen Datensätze besorgt Sunrise. Dass das Unternehmen die Sicherheitsstandards respektieren muss, versteht sich von selber. Mitarbeiter, die regelmässig dort zu tun haben, werden einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Die Verbindungen müssen so abgesichert werden, dass sie nach menschlichem Ermessen nie ausfallen. Dazu kommt, dass der Flughafen eine Dauerbaustelle ist. Davon sollen die Passagiere möglichst wenig mitbekommen, auch nicht in Form von gestörten Telefonverbindungen, sagt Konrad Zöschg. «Deren Verfügbarkeit während der Umbauten ist eine der grossen Herausforderungen für unsere IT und ihre Partner.»