Wireless charging: Eine 100 Jahre alte Technologie

1891 brachte Nikola Tesla eine Glühbirne kontaktlos zum Leuchten. Wireless Charging war geboren. Zuerst als esoterische Spielerei in Vergessenheit geraten, dauerte es aber über ein Jahrhundert bis die Technologie ihren Weg in den Alltag schaffte.

Handy Samsung Galaxy S6 wireless charging
Samsung Galaxy S6 und S6 Edge lassen sich kabellos mittels Qi- und Powermat-Standard laden.
Copyright: Samsung

Die neuen Ladestationen übertragen Energie mittels Induktion. Dabei wird Strom von einer Sende-Spule über ein magnetisches Feld auf eine zweite Empfangs-Spule im Gerät übermittelt, die nicht an den gleichen Stromkreis angeschlossen ist.

Elektrische Zahnbürsten werden schon seit geraumer Zeit über induktive Ladestationen aufgeladen.

WPC gegen AirFuel Alliance: Wer setzt sich durch?

Bei IKEA gibt es bereits Lampen und Tische mit integrierter Ladefunktion nach Qi-Standard.
Quelle: IKEA

Blu-Ray vs. HD DVD, Facebook vs. Google Plus und VHS vs. Betamax. So stellt sich auch beim Wireless Charging die Frage: Welcher Standard setzt sich durch? Bis heute haben sich zwei grosse Konkurrenten herauskristallisiert: WPC und AirFuel Alliance.

WPC, das Wireless Power Consortium wurde 2008 gegründet mit dem Ziel einen gemeinsamen Standard für Wireless Charging zu entwickeln: Qi (gesprochen: Tschi). Und das mit beachtlichem Erfolg. Laut eigenen Angaben nutzen 50 Millionen Menschen mehr als 700 verschiedene Qi-Produkte. Dazu gehören neben Handys von Samsung, LG und HTC auch eine Produktlinie von IKEA, sowie Geräte der Elektronikriesen Philips und Panasonic. Im Juni dieses Jahres stellte WPC eine Erweiterung von Qi vor. Damit können mehrere Geräte gleichzeitig, schneller und effizienter, geladen werden. 

In einem Starbucks in San Francisco wird ein iPhone 6 Plus mithilfe einer Powermat geladen.
Quelle: Powermat

Einen ähnlichen Ansatz wählte die Power Matters Alliance, kurz PMA. Geräte werden geladen, sobald man sie auf einen markierten Kreis legt. Die sogenannten Powermats findet man bereits in einigen Starbucks-Filialen. Bis jetzt sind die meisten Smartphones aber noch nicht mit dem Standard kompatibel und müssen deshalb mit einem Stecker versehen werden.

Dieses Jahr schloss sich die PMA mit der A4WP (Alliance for Wireless Power) zur AirFuel Alliance zusammen. Gemeinsam haben die ehemaligen Konkurrenten fast 200 Mitglieder. Darunter sind Grössen wie Procter & Gamble, AT&T, Starbucks und Samsung. Mit dem neuen Standard lassen sich ebenfalls mehrere Geräte auf einmal laden. Startups wie WiTricity experimentieren zudem mit grösseren Reichweiten.

Was bringt induktives Laden?

Im Gegensatz zum Kabel, hält sich die Abnutzung der Ladestation in Grenzen.
Daher muss sie weniger oft ersetzt werden, was wiederum ökologischer ist. Auch im Hinblick auf den Aspekt Design sind Ladestationen die bessere Lösung, da sie in Möbeln integriert werden können. 

Allerdings muss das Smartphone fix auf die Ladestation gelegt werden. Während des Ladevorgangs lässt es sich nur beschränkt nutzen. Und bis sich Möbel mit eingebauten Ladestationen durchgesetzt haben ist man zumindest für den Moment noch mit einem Kabel wesentlich flexibler.

Ob sich das WPC oder die AirFuel Alliance durchsetzen wird, hängt davon ab, wer zuerst ein massentaugliches Produkt lancieren kann, das einen wirklichen Mehrwert schafft. Weniger Abnutzung, mehr Nachhaltigkeit und ein futuristisches Feeling alleine werden wohl nur wenige von einem Umstieg überzeugen können. Wirklich interessant wird es erst, wenn Ihr Handy, egal wo Sie gerade sind, kontinuierlich und automatisch geladen wird. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Smartphone in Zukunft laden werden können.

Kabellos laden

Mit dem Samsung Galaxy S6 und S6 edge.

Zum Samsung Galaxy S6 Edge