Agiles Arbeiten
Kollaborationstools eröffnen Schweizer Unternehmen neue Horizonte auch in Bezug auf Homeoffice

Die Hälfte alle Schweizer Beschäftigten hätte das Potenzial, ihre Arbeit mobil zu erledigen. Davon geht eine Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte aus. Demnach liegt Freelancing im Trend. 25 Prozent alle Schweizer im erwerbsfähigen Alter gehen einer projektbasierten, temporären Arbeit nach und je mobiler und selbständiger sie arbeiten, umso mehr verliert das klassische Büro an Bedeutung. Stattdessen gewinnen Homeoffice und Co- und Cloudworking-Strukturen an Bedeutung. Sie funktionieren allerdings nur mit leistungsstarken ortsunabhängigen Informations- und Kommunikationstechnologien.

 

Work-Smart Initiative

Mehr als 150 Schweizer Unternehmen haben seit 2015 die Work Smart Initiative unterzeichnet und sich dazu verpflichtet, flexible Arbeitsplatzmodelle zu fördern – auch Sunrise gehört dazu. Die meisten von ihnen ermöglichen es ihren Mitarbeitern, von zu Hause aus oder in Coworking Spaces zu arbeiten. Die Studienmacher von Deloitte sind sich sicher: Für Unternehmen bedeuten Freelancer mehr Flexibilität und niedrigere Kosten. Das ist  gerade bei Startups entscheidend, die oft nur projektbezogen spezielles Knowhow benötigen. Aber auch für KMUs bietet sich dadurch die Chance, zusätzliches Wissen im Unternehmen einzubinden, ohne die Fixkosten zu erhöhen – etwa durch Co- oder Cloudworking.

Desk Sharing statt fester Büroarbeitsplatz

Aber auch generell gilt: In den wenigsten Unternehmen sind alle Mitarbeiter gleichzeitig da. Einige arbeiten zuhause, andere sind beim Kunden, die dritten krank. Also warum grosse Büroflächen finanzieren, wenn es auch schlanker geht? Dank flexibler Kollaborationstools setzen viele innovative Unternehmen vermehrt auf so  genannte non-territoriale Bürokonzept. Das heisst, statt festen Arbeitsplätzen gibt es die freie Schreibtischwahl in der offenen Bürolandschaft. Jeder sitzt wo er will. Auch zu Hause. In der Schweiz haben bereits über 200 000 Arbeitnehmer keinen eigenen Arbeitsplatz mehr.

Insbesondere grosse Unternehmen, wie beispielsweise die Credit Suisse, die SBB oder die Post, haben in den vergangenen Jahren Desk Sharing eingeführt. Das steigert die Flächenwirtschaftlichkeit und senkt die Kosten. Kein  Wunder überdenken auch immer mehr Schweizer Mittelständler ihre gewachsenen Strukturen. Schliesslich macht eine flexible Arbeitsumgebung auch die Arbeitsweise agiler.

Flexible Nutzung von Coworking-Arbeitsformen

Coworking (englisch für kollaborativ Arbeiten) bezeichnet eine Zusammenarbeit von Freiberuflern und kleineren Startups ganz unterschiedlicher Branchen, die sich meist in grösseren, offenen Räumen einen Arbeitsplatz auf Zeit anmieten, entweder unabhängig voneinander agieren und sich lediglich die Infrastruktur teilen oder temporär Innovationsprojekte gemeinsam vorantreiben. Dazu mieten sie sich in so genannten Coworking Spaces ein. Die Mehrheit der Coworking-Büros können für eine Tages-, Wochen-, oder Monatspauschale angemietet werden. In einigen Bürogemeinschaften hat man einen eigenen Schreibtisch mit Postadresse und Telefon, in anderen suchen sich die Besucher täglich einen neuen Platz. In den Mietkosten sind meist ein Schreibtisch sowie die Nutzung (Fairuse) von W-Lan, Küche, Konferenzraum und Drucker inbegriffen.

 

Cloudworking statt aufwändiges Teambuilding

Viele Aufgaben lassen sich effizienter und schneller von Experten in der weltweiten Community lösen. In der Cloud können feste Mitarbeiter gemeinsam mit virtuellen Team von Dienstleistern an Dokumenten arbeiten, Änderungen live verfolgen, sich gegenseitig überwachen inspirieren und unterstützten. So erhöht Crowdsourcing die Verarbeitungsgeschwindigkeit, Qualität, Flexibilität, Skalierbarkeit und Vielfalt bei verringerten Kosten. Aber Vorsicht: Consumer-Cloud-Lösungen bergen Risiken.

 

 

Bürolandschaft Schweiz
  • Zellenbüros gehen meist von einem Mittelflur rechts und links ab. In den Büros sitzen ein bis vier Mitarbeiter. Ergänzt werden diese häufig durch einzelne Besprechungsräume.

  • Grossraumbüros sind mindestens 400 Quadratmeter gross und bieten typischerweise Platz für mindestens 20 Schreibtische. Manche sind komplett offen gestaltet, andere nutzen Trennwände als Raumteiler – bis hin zu Aufteilung in Einzelzellen.

  • Bürolandschaften nennen sich moderne Grossraumbüros. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Schreibtischaufteilung organisch im Raum verteilt ist. Grosse Tischgruppen wechseln sich ab mit kleineren Einheiten. Pflanzen, Designelemente und Sitzecken fungieren als unauffällige Raumteiler.

  • Business Clubs folgen dem räumlichen Vorbild eines traditionellen britischen Clubs mit gemütlichen Sitzecken und Bibliotheken. Anstelle von persönlichen Arbeitsplätzen gibt es deshalb eine Vielzahl an verschiedenen Arbeitsorten.

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