Film ab: Das Rezept gegen Langeweile

Das Leben kann so langweilig sein: Familie, Hund, Job – täglich derselbe Trott. Während das Jahr vergeht, passiert in den langweiligen Leben im Film spätestens nach 30 Minuten etwas, das alles verändert. Sonst nickt das Kinopublikum ein oder die Zuschauer zappen weiter durchs Fernsehprogramm. Der herzige Papi wird zum Mafiaboss, der kiffende Kioskbesitzer zum Geheimagenten und der süsse Hund zum Kriegsveteranen. Klingt verrückt? Na dann viel Spass mit dem TV-Programm dieser Woche.

entertainment Black Mass
Black Mass

Draufgängerischer Depp: «Black Mass»

Er war einer der zehn meistgesuchten Verbrecher der Welt. Trotzdem lebte Mafiaboss James Bulger unbehelligt 17 Jahre lang unter falschem Namen in Kalifornien. Erst 2011 wurde der mittlerweile 81-Jährige gefasst. Seine Kriminalkarriere ist beispiellos: In den 70-er Jahren führte er die Bostoner Mafia an, war aber gleichzeitig geheimer Informant des FBI. Eine Biografie, wie gemacht für ein Hollywood-Drama. In der Hauptrolle, und auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Johnny Depp als James Bulger. 

Kiffende Killermaschine: «American Ultra»

Kirsten Stewart hat mit 25 Jahren schon alles erlebt, was die Filmfabrik zu bieten hat. Als Kind stand sie neben Jodie Foster in «Panic Room» vor der Kamera, später machte sie die Hauptrolle in «Twilight» über Nacht zum Superstar. Nach diesen Blockbustern irrte Stewart ziemlich orientierungslos in Hollywood umher. Resultat: mehrere mittelmässige Darbietungen in schlechten Filmen. In «American Ultra» kann Kirsten Stewart als Freundin eines Schläfer-Agenten endlich wieder zeigen, was sie kann. Und das ist mehr als nur Knutschen mit Robert Pattinson.

Heldenhafter Hund: «Max»

Ein Marine-Soldat, sein Hund und der Krieg in Afghanistan. Die Heldendichte in «Max» ist selbst für amerikanische Verhältnisse hoch. Auch in der Realität bildet die US-Armee Hunde für Kriegseinsätze aus. Sie spüren Minen auf oder arbeiten als Fallschirmhunde. Nach einer fünfjährigen Ausbildung bleiben nur die cleversten Vierbeiner für den Job übrig; so wie Schäferhund Max, der nach dem Tod seines Herrchens als traumatisierter Kriegsveteran zurückkehrt. Von den Machern von «Marley & Me».

Verzweifelter Vater: «No Escape»

Wie weit würden Sie gehen, um Ihre Liebsten zu beschützen? Diese Frage muss Owen Wilson als Familienvater Jack in «No Escape» beantworten. Nach Schenkelklopfern wie «Nachts im Museum» oder «Prakti.com» ist der Comedystar endlich wieder in einem Drama zu sehen. An seiner Seite: Pierce Brosnan. Aber dessen Bond-Erfahrung kann Papi Jack auch nicht weiterhelfen. Seine Familie gerät mitten in einen brutalen Putsch, irgendwo in Südostasien. Nach dem genauen Land sucht man im Film übrigens vergeblich – die Angst vor politischen Konsequenzen war wohl zu gross.

Blutrünstige Bevölkerung: «Freaks of Nature»

11’800 Vampire, 7000 Zombies und 41’100 Menschen. Sie alle würden friedlich im US-Städtchen Dillford zusammenleben, wenn da nicht die üblen Aliens wären. Mit dieser Ausgangslage nimmt die Horrorkomödie «Freaks of Nature» weder sich selbst noch das Genre ernst. Schon lange bevor der Film gedreht wurde, sorgte er für Aufsehen: Er landete 2011 auf Platz 1 der «Blacklist», auf der die besten, noch nicht produzierten Drehbücher aufgeführt werden.