«Der Weg an die Weltspitze ist hart und kostet richtig viel Geld.»

Karrieren wie die von Roger Federer, Lara Gut, Nino Schurter oder Giulia Steingruber gehören zu den Erfolgsgeschichten der Stiftung Schweizer Sporthilfe. Sie begleitet junge Talente auf ihrem Weg an die Weltspitze. Als Partner der Roger Federer Foundation unterstützt auch Sunrise das Patenschaftsprogramm der Sporthilfe.

Lisa Schultis, Rollstuhlsport
Lisa Schultis ist vielfache Medaillengewinnerin an Junioren-Weltmeisterschaften im Rollstuhlsport.

Sie ist für 500 Patenkinder verantwortlich. Was für eine Aufgabe! Glücklicherweise wird Doris Rechsteiner dabei von ganz vielen Menschen unterstützt. Als Geschäftsführerin der Stiftung Schweizer Sporthilfe ist sie in erster Linie Vermittlerin. «Da gibt es zum einen die jungen Talente und zum andern sind da unsere Paten, die ein solches Talent finanziell unterstützen möchten. Dazu gehören Privatpersonen, aber auch Unternehmen oder Stiftungen. Und unsere Aufgabe ist es, diese beiden Parteien zusammenzuführen.»

Teuer sind Schneesportarten, Eiskunstlauf, Tennis.

Der Beweggrund der Sporthilfe ist klar: Ein junges Sporttalent soll nicht aus finanziellen Gründen scheitern. Zwei Punkte sind entscheidend, ob jemand ins Patenschaftsprogramm aufgenommen wird und die 2000 Franken jährlich erhält: Das Sporttalent muss eine Swiss Olympic Talent National Card besitzen. Diese Karte ist ein Beleg für vorhandenes Potenzial innerhalb einer Sportart. Zusätzlich sollte die Familie des Talents einen finanziellen Bedarf haben.

Die Kosten für einen Nachwuchssportler variieren je nach Sportart enorm: Teuer sind Schneesportarten, Eiskunstlauf, Tennis. Also Sportarten, für die Talente viele Trainerstunden brauchen und oft reisen müssen. Aber auch wenn ein Kind Golf oder Judo ausübt, fallen für die Familie hohe Kosten an. 2000 Franken im Jahr können ein Familienbudget je nach Situation stark entlasten. Doris Rechsteiner erinnert sich an ein Gespräch mit einem Mann, dessen Sohn als BMX-Talent von einem Paten unterstützt wird: «Er sagte zu mir, dass diese 2000 Franken das Benzin für die Fahrten ins Ausland und die Gebühren für den Campingplatz direkt neben der Rennstrecke decken. Und das sei für ihn unglaublich wertvoll.»

Für die Kinder ist dieser Support eine Motivationsspritze. Auch weil die Athleten ihre Paten im Normalfall persönlich kennen. Nicht selten entstehen Freundschaften, die auch nach der Patenschaft Bestand haben. Doris Rechsteiner erzählt von berührenden Geschichten: «Ein Pate flog für zwei Tage nach Peking, weil sein ehemaliges Patenkind beim Olympia-Triathlon an den Start ging. Oder eine Patin bezahlte ihrem Schützling die Autoprüfung, weil ihm das Geld dazu fehlte. Und es gibt Unternehmen, die ihren Patenkindern Schnupperlehren oder gar eine Lehrstelle anbieten.»

Ein spezielles Engagement sei das von Roger Federer. Obwohl seine Foundation 40 Kinder unterstütze, seien ihm und seiner Familie persönliche Kontakte wichtig. Roger Federer lade seine Patenkinder regelmässig zu Treffen ein, weiss Doris Rechsteiner. «Und seine Eltern helfen spontan aus, wenn’s nötig ist. So durfte ein Patenathlet in Rogers ehemaligem Bubenzimmer übernachten, weil er in der Nähe von Rogers Eltern einen Wettkampf hatte.» 

Christian Baumann (links) an den Olympischen Spielen 2016 und Stefan Bissegger, Junioren-Weltmeister 2016.

Die Unterstützung der Stiftung Schweizer Sporthilfe geht generell weit übers Finanzielle hinaus. Denn irgendwann werden die jungen Sportler auf sich selbst gestellt sein. «Das ist nicht einfach», erklärt Doris Rechsteiner. «Deshalb können sie bei uns Beziehungen knüpfen, Erfahrungen machen und Workshops besuchen. Das bereitet sie auf ihre Zukunft vor – auf ein Leben im Spitzensport oder in einem normalen Beruf.» Denn vielleicht reichen Resultate und Leistungen plötzlich nicht mehr. Oder eine Verletzung wirft ein Talent massiv zurück.

In einem solchen Fall wird das Kind nicht einfach fallengelassen. «Wenn sich ein Athlet verletzt oder der nötige Wachstumsschub für Topresultate auf sich warten lässt, dann geben wir ihm oder ihr in Absprache mit dem Verband und dem Paten ein Jahr Zeit», so Doris Rechsteiner. «Von den Talenten wird schliesslich auch verlangt, dass sie Geduld mit sich haben. Dann müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen.»