Mobile Payment à la Suisse: So bezahlt man mit dem Handy

Schon heute kann mit dem Smartphone bezahlt werden. Doch wer setzt sich durch im Kampf um unsere digitalen Portemonnaies?

Tipps Mobile Payment: Mit dem Handy bezahlen
Mit dem Handy bezahlen: Paymit, Twint & Co. machen es möglich
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Mobile Payment ermöglicht im Geschäft, online oder zwischen Freunden mit dem Smartphone Geld zu überweisen. Banken, Startups, sowie Telekommunikation- und Technologieunternehmen kämpfen um ihren Teil des Kuchens. Jedoch bedienen sie sich unterschiedlicher Technologien.

Tapit : ein Schweizer Pionier

Letzten Sommer erschien Tapit von Swisscom. Die App basiert auf der Nahfeld-Kommunikation (NFC). Dabei wird ein Funksignal zwischen Smartphone und Lesegerät hergestellt. NFC hat in der Schweiz bereits den Durchbruch geschafft. Im Coop und in der Migros beispielsweise kann bereits kontaktlos mit Kreditkarte bezahlt werden. Um Tapit nutzen zu können, muss man sich allerdings eine spezielle SIM-Karte anschaffen und bestehender Kunde der Swisscom sein. Zudem steht der NFC-Chip des aktuellen iPhones bisher nur für den Apple-eigenen Bezahldienst zur Verfügung. Ende letzten Jahres beurteilte Swisscom-CEO Urs Schaeppi die Entwicklung des Systems als träge. Ende dieses Jahres wird die App eingestellt.

Paymit: Geld zwischen Freunden übertragen

Im Frühling 2015 lancierten die UBS, die ZKB und SIX gemeinsam Paymit. Die App macht es möglich Geld zwischen Smartphones zu überweisen und anzufordern. Alles was man dafür braucht, sind ein Smartphone, eine Kreditkarte und ein Schweizer Bankkonto.

Neben vier weiteren Banken hat sich im August auch die Swisscom, die ehemalige Betreiberin von Tapit, Paymit angeschlossen. Gemeinsam wollen sie Paymit in der Schweiz zum Standard für digitale Zahlungssysteme machen. Die Partner zeigen sich mit der bisherigen Entwicklung zufrieden und planen, dass App-Nutzer zukünftig auch beim Einkaufen mit Paymit bezahlen können werden.

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So funktioniert Paymit.

Twint: mit dem Smartphone an der Kasse bezahlen

Twint von Postfinance ist da bereits einen Schritt weiter: Es überträgt die Daten zwischen Smartphone und Lesegerät an der Kasse über Bluetooth. Das System ist kompatibel mit iPhone und Android-Handys und funktioniert auch ohne Postfinance-Konto. Per Guthabenkarte oder Überweisung kann Prepaid-Guthaben einfach aufgeladen werden.

Twint kann bereits in über 250 Läden, an über 1‘000 Coop-Kassen und bald 80 Poststellen eingesetzt werden. Mehr sollen folgen. Anfang November hat Twint ein Update seiner App vorgestellt: Neu kann man auch Geld von Smartphone zu Smartphone überweisen.

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So funktioniert Twint.

UBS, Postfinance oder doch Google?

Ebenfalls im Rennen sind internationale Technologieriesen wie Apple, Samsung und Google. Diese testen ihre Apps jedoch im Moment noch in den heimischen Märkten. "Höchstens ein bis zwei mobile Zahlungssysteme werden sich durchsetzen", meint Prof. Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern. Ob es sich dabei schlussendlich um eine Schweizer Lösung oder doch die eines internationalen Technologiekonzerns handeln wird, wird sich noch zeigen.