Die iPhone 13 Modelle im Test

Von mini bis Pro Max. Genau wie im letzten Jahr hat Apple auch im 2021 wieder 4 neue iPhone Modelle vorgestellt.. Und auch in diesem Jahr liegt der Fokus nicht auf einer bahnbrechenden Hardware-Innovation, sondern hauptsächlich auf einer ganzen Menge grosser und kleiner Verbesserungen. Vor allem in Sachen Kameras und damit zusammenhängender Features dürfen sich Käufer eines iPhone-13-Modells auf spannende Neuigkeiten freuen.

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In Zusammenarbeit mit games.ch haben wir uns die neuen iPhone 13 Modelle zur Brust genommen und euch eine ausführliche Review der neuen iPhone Modelle zusammengestellt. 

Was sie können und was nicht und ob sie einen Kauf Wert sind, erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten.

iPhone 13 mini & iPhone 13

Rein äusserlich ändert sich bei den beiden "Einsteigermodellen" im Vergleich zum Vorjahr erst einmal sehr wenig. Die Displays haben nun bessere durchschnittliche Helligkeitswerte, ansonsten aber bleiben Grösse, Auflösung und sonstige Ausstattung der schon 2020 hochklassigen OLED-Displays (5,4 bzw. 6,1 Zoll in der Diagonalen) gleich, und auch die Abmessungen des Gehäuses sind praktisch identisch. Einzig in der Tiefe und somit zugleich beim Gewicht haben alle Neuheiten leicht zugelegt - aber wer hat das im Corona-Jahr 2021 nicht? Erwähnenswert ist allerdings noch, dass die Notch, hinter der sich Frontkamera und Lautsprecher verbergen, um 20 % geschrumpft ist. Auf der Rückseite findet sich dieselbe Zweifach-12-MP-Kamerakonfiguration wie im Vorjahr, dieses Mal allerdings versetzt angeordnet. Die Anpassungen sorgen dafür, dass iPhone-13-Anwender hier einen deutlich lichtempfindlicheren Weitwinkelsensor nutzen können, der zudem neu auch mit optischer Bildstabilisierung samt Sensor-Shift ausgestattet ist - bisher ein Pro-Feature.

iPhone 13

Ein Blick ins Innere offenbart, dass sich die beiden Modelle in Sachen Performance nicht verstecken müssen, denn in ihnen werkelt der gleiche Prozessor wie in den Pro-Ausführungen, nämlich Apples neuer A15-Bionic-Chip. Am grundsätzlichen CPU- und GPU-Setup wurde zwar nichts geändert, dennoch kommen auch hier verbesserte Versionen der Vorjahres-SoCs zum Einsatz. Die Power des A15 wird vor allem dazu genutzt, einige rechenintensive Features auf iPhone 13 und iPhone 13 mini zu bringen, die im Vorjahr ausschliesslich bei den Pro-Versionen zu finden waren. Dazu zählen etwa HDR-Videoaufnahmen mit Dolby Vision in 4K und 60 fps (Vorjahresmodelle nur 30 fps) oder eine neue Version von Smart HDR für Fotos. Ein gänzlich neues Kamera-Feature ist hingegen der Kinomodus oder Cinematic-Mode, der es ebenfalls in die Basismodelle geschafft hat. Man kann ihn fast ein wenig als "Porträtmodus für Videos" bezeichnen, denn dieses Feature erlaubt es euch, mit Unschärfen in euren Videos zu arbeiten, was natürlich viel mehr ein Kinoflair vermittelt und euch das Hauptsubjekt hervorheben lässt. Zudem ist es möglich, den Bereich der Unschärfe manuell (auch nach gemachter Aufnahme) anzupassen, und die Software erkennt auf Wunsch automatisch, wenn zum Beispiel eine momentan scharfgestellte Person den Kopf abwendet und auf den Hintergrund schaut und verschiebt den Fokus ohne euer Zutun. Ein cooles Feature, und mit den zusätzlichen Möglichkeiten obendrein eine sehr spannende Sache für ambitionierte Filmemacher. Trotz neuer Features und eines stärkeren Prozessors bieten die neuen iPhones übrigens eine zwei Stunden längere Akkulaufzeit. Wer den Akku eines iPhone 13 oder 13 mini also innert eines Tages leeren will, muss sich schon ziemlich viel Mühe geben.

iPhone 13 Pro & iPhone 13 Pro Max

Natürlich erhalten die beiden wie im Vorjahr mit einem 6,1- beziehungsweise 6,7-Zoll-Display versehenen Pro-Modelle (mindestens) die gleichen Upgrades wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Zusätzliches Augenmerk wollen wir hier aber vor allem auf zwei Punkte legen, durch die iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max besonders hervorstechen. Die Rede ist vom ProMotion-Display einerseits und weiteren, Pro-exklusiven Kamera-Features andererseits. Beim ProMotion-Display handelt es sich nach langen Jahren mit 60 Hz in bisherigen iPhones nun um die ersten iPhones mit 120 Hz, womit man wieder auf Augenhöhe mit Flaggschiff-Geräten anderer Hersteller ist. In Pro-iPads ist ein entsprechender Bildschirm schon länger verbaut, sodass eigentlich bereits letztes Jahr mit einer Implementierung in die Pro-iPhones gerechnet wurde - nun ist es also endlich so weit. 120 Hz bedeutet eine höhere Bildrate (nämlich 120 Aktualisierungen pro Sekunde), was zu einem deutlich flüssigeren Bild etwa beim Scrollen oder bei unterstützten Medieninhalten führt. Wer noch nie ein entsprechendes Display genutzt hat, wird vielleicht denken, dass doch mit 60 Hz auch alles in Ordnung sei. Aber wenn man mal ein 120-Hz-Exemplar genutzt oder sogar den direkten Vergleich hat, will man schnell nicht mehr zur langsameren Variante zurück. Ein sehr willkommener und überfälliger Neuzugang im Pro-Feature-Line-up.

Wie schon häufig in den vergangenen Jahren beziehen sich viele der anderen neuen Hauptfunktionen auf etwas, das von Millionen Menschen täglich intensiv genutzt wird: die 12-MP-Kameras und die entsprechende Software. Natürlich ist der bereits vorgestellte Cinematic-Mode auch hier mit von der Partie, doch das ist erst der Anfang. Gegenüber den Pro-Versionen aus dem Vorjahr erhaltet ihr einen besseren optischen Zoom (mit Faktor 6 zwischen Teleobjektiv und Ultraweitwinkel, im Gegensatz zum Vierfach-Zoom letztes Jahr). Auch bezüglich der Blendenöffnung und Lichtempfindlichkeit hat Apple bei allen drei Kameras erneut nachgebessert. Das Ergebnis sind klarere, rauschärmere Bilder, und natürlich verbessert sich dadurch auch die Performance unter Bedingungen mit wenig Licht. Daher können jetzt alle Sensoren obendrein auf den Nachtmodus zurückgreifen. Da nimmt man auch gern optisch etwas weiter hervorstehende Linsen in Kauf. Doch das ist noch immer nicht alles bezüglich der Kamera-Features, denn die beiden Pro-Modelle bringen zum ersten Mal Makrofotografie und Makrovideos aufs iPhone. Bisher musstet ihr immer einen relativ grossen Abstand halten, wenn ihr zum Beispiel eine Blume, eine Spinne oder einfach nur die Textur einer Oberfläche fotografieren wolltet, da die iPhone-Kamera sonst nicht mehr fokussieren konnte. Neuerdings könnt ihr bis auf 2 cm ans Objekt eurer Begierde herangehen. Das ermöglicht nicht nur viel bessere Nahaufnahmen, sondern eröffnet in Sachen Perspektive ebenfalls ganz neue Möglichkeiten. Für Videokünstler dürfte das Feature ebenso interessant sein, vor allem da es auch in Verbindung mit Zeitlupe und Zeitraffer funktioniert. Ebenfalls besonders für Video-Creator relevant ist "ProRes" in den Pro-Modellen, das in Kürze nachgeliefert werden soll. Eine geringe Kompression und besonders hohe Farbtreue sowie eine Bearbeitungs-Pipeline, um auf Wunsch ein Video von A bis Z direkt auch auf dem iPhone zu bearbeiten, dürften hier in Kürze für anerkennendes Nicken sorgen.

Auch sonst lässt sich Apple bei der Ausstattung des iPhone 13 Pro und des iPhone 13 Pro Max nicht lumpen. Natürlich ist hier der A15-Prozessor am Start, und auch bei den beiden Pro-Modellen ist die Notch geschrumpft. Wer unter chronischer Speicherplatzknappheit leidet, wird sich über die neuen Speichergrössen freuen. Angefangen bei 128 GB, könnt ihr bei den Pro-Versionen zum ersten Mal ein iPhone mit 1 TB Speicher kaufen. Und im Bereich der Akkus wurde ebenfalls erneut nachgelegt, sodass man also trotz immer leistungsfähigerer Technik hier keine Angst um die Laufzeit seines iPhones haben muss. Ganz im Gegenteil: Die Pro-iPhones halten von allen iPhones am längsten durch und haben nun also einen noch längeren Atem.

To buy or not to buy?

Wie jedes Jahr stellt sich zum Abschluss die Frage, für wen sich der Kauf lohnt. Besitzer eines iPhone 12 mini oder iPhone 12 erhalten mit den entsprechenden 13er-Modellen in vielen Bereichen Performance-Upgrades und einige neue Features wie etwa den Kinomodus oder HDR-Videoaufnahmen mit mehr fps. Auch die im Nicht-Pro-Segment erstmals vorhandene optische Bildstabilisierung ist ein sehr willkommener Neuzugang, Ob das für Besitzer eines iPhone 12 mini oder iPhone 12 ausreicht, um wieder Geld auszugeben, muss natürlich jeder für sich selber entscheiden, denn auch die Vorjahresmodelle sind nach wie vor sehr gute Smartphones. Allenfalls schielt der eine oder andere Anwender ohnehin in Richtung eines Pro-Upgrades.

Und wer bereit ist, auf eines der neuen Pro-iPhones zu setzen, der bekommt auch einiges mehr geboten. Das implementierte 120-Hz-Display ist ein echter Gamechanger und passt einfach zu Premium-Smartphones wie dem iPhone 13 Pro und dem iPhone 13 Pro Max. Zudem wurde hier bei den Kameras selbst noch einmal merklich nachgerüstet und gleichzeitig neue Features eingeführt. Einige der coolen Neuigkeiten (Cinematic-Mode, ProRes) richten sich dabei eher an ambitionierte Filmemacher, sorgen aber auch im Alltagsgebrauch für coole Ergebnisse. Als "normale" iPhone-Pro-Nutzer mit einer Affinität zum Fotografieren dürfte vor allem das neue Makro-Feature am positivsten herausstechen.

Foto aufgenommen auf dem iPhone 13 Pro

Damit lassen sich viel besser die kleinen Details des Lebens fotografieren. Gleichzeitig muss man jedoch sagen, dass das Feature zwar wirklich sehr cool ist und einiges an neuen Möglichkeiten eröffnet, aber natürlich (noch) nicht ganz mit einer dedizierten Makro-Linse einer Kamera mithalten kann. Entsprechend ist "Makro" derzeit nicht als eigener Modus in der Kamera-App aufgeführt, sondern wird automatisch zugeschaltet, sobald ihr im normalen Fotomodus nahe an ein Objekt herankommt. Allerdings wird wohl ein eigener Modus als Update folgen. So oder so sehen wir das neue Makro-Feature vor allem als den Anfang einer mehrjährigen Reise. Genau wie zum Beispiel der Porträtmodus über die Jahre verfeinert und verbessert wurde, erwarten wir, dass Apple mit dem Thema Makrofotografie Ähnliches vorhat. Denn einerseits ist hier von Software-Updates über eigene Kameralinsen (mit auf Makro zugeschnittener Brennweite und Lichtempfindlichkeit) noch einiges möglich, was entsprechend noch bessere Ergebnisse verspricht, und zudem liesse sich das bestens vermarkten. Zumindest dann, wenn das Feature bei den Anwendern gut ankommt, wovon wir aber ausgehen, denn die Grundlagen sind solide und machen Spass sowie Appetit auf (noch) mehr.

Foto aufgenommen mit dem neuen iPhone 13 Pro Max

Unser Fazit zu den Pro-Modellen ist also, dass es sich um ein substanzielles Upgrade handelt. Das 120-Hz-Display wird euch tagein, tagaus begleiten, und wenn ihr gern mit eurem iPhone filmt und fotografiert, dürfen iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max als signifikante Verbesserungen gegenüber den 12er-Pros angesehen werden. Wer sein letztes iPhone vor 2020 gekauft hat und auf der Suche nach einem neuen Smartphone ist, dem können wir hier ohne Bedenken eine Kaufempfehlung geben, denn ihr erhaltet ein in allen Belangen sehr gut gelungenes Premium-Mobilgerät. Auch für Umsteiger von einem anderen Betriebssystem hat Apple hier für jeden Geschmack etwas im Portfolio.

Ihr wollt von allem das Beste, einen grossen Screen und erstklassige Kameras? Die Pro-Modelle sind das Richtige für euch. Ihr möchtet eher einen etwas kompakteren Formfaktor und habt ein limitiertes Budget? Dann ist womöglich das iPhone 13 mini genau das passende Produkt.