Glasfaser in der Schweiz: Genf, die high speed Stadt

Das Glasfasernetz von Genf ist das grösste der Schweiz und breitet sich weiter aus. Das Ziel: 200'000 Haushalte und Unternehmen sollen bis Ende 2016 angeschlossen werden, was 80 Prozent der Wohnbevölkerung im Kanton entspricht.

Glasfaserkabel
Glasfaserkabel

Der elektronische Datenaustausch nimmt in unserer zunehmend vernetzten Gesellschaft ständig zu und hat sich in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht. Die Infrastrukturen müssen mithalten und immer leistungsfähiger werden. Vor diesem Hintergrund erweitern die Services Industriels de Genève (SIG) das Glasfasernetz im Grossraum Genf, das bereits heute das grösste der Schweiz ist. «Die Verwendung des Internets erlebt heute einen grundlegenden Wandel», erklärt Christophe Guillet, Leiter der Telekom-Entwicklungsabteilung bei SIG. «Internetbenutzer begnügen sich heutzutage nicht mehr bloss damit, im Internet zu surfen und E-Mails auszutauschen, sondern sie konsumieren und teilen riesige Mengen von Daten.» Bisher generierten Unternehmen den grössten Teil des Online-Verkehrs, doch nun explodiert die Datenübertragung durch das breite Publikum. Für hochauflösendes Fernsehen, Streaming, Online-Spiele, das Teilen von Bildern und Videos sowie das Telefonieren und Video- Telefonieren ist eine stabile, schnelle Verbindung notwendig, und zwar sowohl für den Down- als auch für den Upload.

Diese Technologie bricht die bisherigen Grenzen, was den Datendurchsatz betrifft.

Caroline Schweighofer, Telekom-Produktleiterin bei SIG.

Auch die Anzahl der verbundenen Dienste und Objekte nimmt ständig zu: Telemedizin, Fernunterricht, Hausnetzsysteme, aber auch die «intelligente Stadt» – all dies ist in Entwicklung begriffen und benötigt ein schnelles, zuverlässiges Netz. Die Glasfaser, die so fein wie ein Haar ist, und Daten mit Lichtgeschwindigkeit übermitteln kann, entspricht genau diesen neuen Bedürfnissen. «Diese Technologie bricht die bisherigen Grenzen, was den Datendurchsatz betrifft», betont Caroline Schweighofer, Telekom-Produktleiterin bei SIG. «Im Gegensatz zu ADSL und dem Kabelnetz ist Glasfaser in der Lage, kontinuierlich die beste Qualität zu bieten. Die Ausdehnung des Netzes, sei es noch so gross, und die Anzahl gleichzeitig verbundener Benutzer beeinträchtigen die Geschwindigkeit in keiner Weise.»

Glasfasernetz in vollem Wachstum

Gegenwärtig sind rund 155'000 Genfer Unternehmen und Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen. Nach dem Ausbau des Netzes Ende 2016 werden 200'000 Anschlüsse 80 Prozent der Wohnbevölkerung im Kanton abdecken. Es ist nicht vorgesehen, Regionen im Kanton mit geringer Bevölkerungsdichte anzuschliessen. Die Länge der insgesamt installierten Glasfasern wird mehr als die Distanz Erde–Mond betragen. «Das Team Telekom-Netz ist permanent bestrebt, die Bauprozesse zu optimieren. Die Verwendung innovativer Materialien in Verbindung mit der Optimierung der Bauverfahren hat uns ermöglicht, die Arbeiten günstiger als ursprünglich budgetiert durchzuführen», hält Christophe Guillet fest. […]

Der Wechsel zur Glasfaser ist nicht nur für die Datenübertragungsleistung unerlässlich, sondern auch aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht interessant. Das Kupfer, das in den ersten, heute noch in Betrieb stehenden Netzen verwendet wird, verursacht viel Abfall. Insbesondere die verschiedenen Phasen beim Abbau des Kupfererzes belasten die Umwelt erheblich. Die Glasfaser, die aus einem sehr feinen Glasröhrchen besteht, ist weit weniger problematisch, was die Umweltbelastung betrifft.