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Die Apple Watch Series 7 im Test

Grösser, schneller, heller. Was auf den ersten Blick an das Motto der Olympischen Spiele erinnert, ist in Wahrheit das Konzept hinter der Apple Watch Series 7.

January 1, 1970 . Lesedauer: 7 Min.

Während in den letzten Jahren oft ein glänzlich neues Gesundheits- oder Fitness-Feature die Kunden zum Kauf animieren sollte, ist es dieses Jahr ein vergrössertes und auch in anderen Bereichen verbessertes Display, das zudem weitere Features mit sich bringt. Andernorts hat man sich bei Apple ebenfalls einiges einfallen lassen, um die eigene Smartwatch noch nützlicher zu machen. Überzeugt das Endresultat? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem Testbericht. 

Ist grösser gleich besser? Was in der Smartphone-Welt lange mit einem lauten Ja beantwortet wurde, ist in Bezug auf Smartwatches ein deutlich kontroverser diskutiertes Thema. Denn auch wenn es neben den Verfechtern von möglichst filigranen und unauffälligen Uhren auch sehr viele Fans von grösseren Modellen gibt, soll es immer noch elegant wirken. Der Grat, den es hier zu beschreiten gibt, ist also um einiges schmaler, denn einen zu klobig wirkenden Bildschirm will niemand am Handgelenk tragen. Dessen war sich offensichtlich auch Apple bewusst und hat dieses Mal besonders viel Arbeit in das Display gesteckt. 

Gute Nachrichten also für alle, die gern mal Sport mit der Apple Watch treiben oder einen Beruf haben, bei dem man anpacken muss und gelegentlich entsprechend mit der Uhr irgendwo anstösst. Passend dazu ist die Apple Watch Series 7, übrigens zum ersten Mal offiziell als staubfest (IP6X) zertifiziert. Zwar hatte sie diese Eigenschaften wohl schon davor, jetzt haben wir es zum ersten mal Schwarz auf Weiss. Auch die allseits beliebte Wasserdichtheit bis 50 m Tiefe ist natürlich wieder mit dabei. Doch zurück zum Display an sich - es hat nämlich noch mehr zu bieten. Wenn ihr die Always-on-Funktion aktiviert habt (also ohne dass ihr euer Handgelenk dafür anheben müsst), ist die Helligkeit deutlich verbessert worden. Sie war aus den Gründen der Akkuschonung letztes Jahr noch deutlich heruntergeschraubt worden. Aber Apple hat hier offensichtlich mal wieder Mittel und Wege gefunden, um trotz 70% hellerem Display bei gesenktem Handgelenk und gleichzeitig ja grösseren Diagonalen dennoch die gleiche Akkulaufzeit zu gewährleisten, die bei voller Ladung locker den ganzen Tag durchhält. Natürlich soll der grössere Bildschirm aber nicht einfach nur ein Marketing-Gag sein, sondern man hat sich bei Apple einige Sachen ausgedacht, die mit dem zusätzlichen Platz nur Sinn ergeben. Neben ganz offensichtlichen Anpassungen wie etwa mehr Text auf einmal sehen zu können oder grössere und somit einfacher zu treffende On-Screen-Buttons haben es gänzlich neue Features auf das grosse Display geschafft. So könnt ihr nun (in der Schweiz derzeit allerdings erst über Umwege) ein On-Screen-Keyboard nutzen, um etwa Textnachrichten zu beantworten. Was im ersten Moment wie eine völlig hirnrissige Idee klingt, funktioniert deutlich besser als gedacht. Neben Tippen könnt ihr von Buchstabe zu Buchstabe swipen, was den Prozess auf den (natürlich recht kleine Tasten) um einiges erleichtert, sobald man sich daran gewöhnt. Ein cooles Feature gerade für kurze Antworten, wenn man keine Lust hat, extra sein iPhone hervorzuholen, um zu antworten.

Während dieses Feature vielleicht nicht von jedem genutzt wird, stellt sich natürlich jeder Apple-Watch-Anwender die Frage, welches Zifferblatt er wählen soll. Hier gibt es zwei Neuzugänge, welche die Vorteile des grösseren Displays nutzen. Da wäre zum einen das Contour-Watchface. Es ist zwar sehr simpel und elegant gehalten, das Besondere daran sind aber die sich ändernden und bis über den gebogenen Rand des Bildschrims angeordneten Ziffern, was einen wirklich coolen Effekt ergibt. Wer hingegen eher nach einem Watchface sucht, das auf praktische Art und Weise die Grösse das Display nutzt, dem dürfte "Modular Duo" gefallen. Hier könnt ihr zum ersten Mal zwei grosse Komplikationen gleichzeitig auf einem Ziffernblatt anzeigen lassen. Wer also zum Beispiel gleichzeitg detaillierte Gesundheits- oder Fitnessdaten und die Wettervorhersage sehen möchte, kann das hier tun. Auch ansonsten gibt es natürlich viele Anpassungen an das grössere Display, was entweder dazu führt, dass Bedienelemte grösser dargestellt werden, oder aber, dass mehr Informationen auf einmal sichtbar sind. Bei Watch-Apps von Drittherstellern werden wir hier sicher auch noch die entsprechenden Anpassungen oder allenfalls neue Features sehen. 

Features, Fitness und Farben

Apropos Features: Ebenfalls implementiert wurde noch schnelleres Laden, sodass der Vorgang nun 33% flotter ist. Innert 45 Minuten ist die Apple Watch von 0 auf 80% geladen. Wenn ihr also so viel Zeit am Morgen entbehren könnt, solltet ihr es bereits durch den Tag schaffen. Ebenfalls erwähnenswert ist das Update auf watchOS 8, das unter anderem verbessertes Schlaf-Tracking, eine neue Aufmerksamkeits-App und unzählige weitere kleine Verbesserungen in beliebten Watch Apps bietet - von Fotos über Workout bis hin zur Wallet-App-

Eine Neuankündigung, auf die wir ganz besonders gespannt sind, ist Fitness+. Apples Antwort auf Gymondo und Co ist eine vollwertige Fitness-App mit Videos, Health-App-Anbindung, direkter Watch-Integration und vielem mehr. Zwar war die App schon einige Zeit in anderen Märkten verfügbar, doch jetzt kommt sie endlich auch in die Schweiz - nicht direkt zum Start, aber Anfang November war es endlich so weit. Und Käufer einer neuen Apple Watch erhalten gleich drei Monate lang Zugriff auf Fitness+ und können sich ohne zu bezahlen selber ausführlich ein Bild des breit gefächerten Angebots machen. Wir sind sehr gespannt, haben sich inzwischen doch einige Pandemie-Pfunde angesetzt, die gern wieder abtrainiert werden wollen. 

In Sachen Farben lässt sich Apple ebenfalls nicht lumpen, sodass man je nach Wunsch ein klassisch unauffälliges oder aber ein buntes Modell wählen kann. In der Aluminium-Standard-Ausführung gibt es neuerdings folgende Farben zur Auswahl: Midnight (Dunkelgrau), Starlight (Silber-Weiss), Grün, Blau und Rot. Besonders "(Product) Red" sticht natürlich hervor, und selbstverständlich gibt es farblich passende Armbänder dazu. Auch in den teurer bepreisten Ausführungen aus Edelstahl wird einiges an farblicher Vielfalt geboten, und so dürfte für alle Interessenten etwas dabei sein.

Fazit

Abschliessend stellt sich aber natürlich einmal mehr die Frage, für wen sich ein Upgrade lohnt. Neueinsteigern in den Smartwatch-Markt, die ein iPhone besitzen, dürfte die Wahl leichtfallen, denn die Apple Watch Series 7 ist die beste Smartwatch, die ihr kaufen könnt - eine sehr hochwertige, stylische Verarbeitung, die freie Auswahl bei den Armbändern und natürlich eine schier unglaubliche Anzahl an Features. Angefangen bei der Möglichkeit, Anrufe über die Uhr entgegenzunehmen oder Notifications und Nachrichten anzuzeigen, bis hin zu den unzähligen Sensoren, mit denen die Apple Watch Series 7 gespickt ist. Sie ermöglichen etwa Sturzerkennung (und automatische Auslösung eines Notrufs, sofern ihr dies aktiviert), die Aufzeichnung eines EKGs oder auch die Messung des Herzschlages und des Blutsauerstoffgehalts. Alles wichtige und interessante Gesundheitsdaten. Der ebenso enthaltene Schrittzähler, das Schlaf-Tracking und vieles, vieles mehr im Bereich Gesundheit runden das Paket ab. Ergänzt wird das Ganze durch eine Vielzahl von Funktionen, die einem den Alltag weiter erleichtern, darunter die Möglichkeit, die Musikwiedergabe über die Apple Watch zu steuern oder euch über das gewählte Zifferblatt für euch relevante Informationen wie zum Beispiel die Wettervorhersage oder euren nächsten Termin auf einen Blick anzeigen zu lassen. Das alles und noch viel mehr ist mit der Apple Watch Series 7 nun also (je nach gewähltem Modell) zum ersten Mal auf einem extragrossen Display möglich.

Umsteiger von einem vorherigen Apple-Watch-Modell hingegen werden sich natürlich die Frage stellen, ob sich das Upgrade auf die Series 7 lohnt. Diese Frage ist gerade für Besitzer des direkten Vorgängers deutlich schwieriger zu beantworten. Denn erstens ist die Apple Watch Series 6 nach wie vor eine sehr, sehr gute Smartwatch. Und zweitens fehlt ein gänzlich neues Feature, wie es eben Gesundheitsinnovationen wie die Möglichkeit zur EKG-Messung und die Erfassung des Blutsauerstoffgehalts waren. Das Alleinstellungsmerkmal der Apple Watch Series 7 ist das (zumindest beim 45-mm-Modell) grösste Display, das eine Apple Watch je hatte. Es ist definitiv sehr willkommen und wird auch sinnvoll genutzt, allerdings müsst ihr natürlich für euch selbst entscheiden, ob das allein ein Upgrade wert ist. Immerhin sind ca. 20 % mehr Platz im Vergleich zur Series 6 durchaus beachtlich und machen definitiv einen Unterschied. 

Kurzum: Die Apple Watch Series 7 hebt zwar nicht die Smartwatch-Welt mit irgendeiner abgefahrenen Innovation aus den Angeln, wie das vorherige Modelle zum Teil getan haben. Doch sie bietet neben einem grösseren Display sehr viele Features und Anpassungen, die davon auch wirklich Gebrauch machen. Die Apple Watch ist und bleibt damit ganz oben im Olymp der smarten Uhren, daran besteht auch im Jahr 2021 kein Zweifel.

Pro

  • Grösseres Display (beim 45-mm-Modell) wird sinnvoll durch Software-Updates unterstützt

  • Helleres Display im Wrist-down-Modus

  • Trotz der oben erwähnten energieaufwendigen Verbesserungen nach wie vor die gleiche
      Ganztages-Akkulaufzeit

  • Immer noch kompatibel mit den bisherigen Armbändern

  • Integration des Abodienstes Fitness+ in die Apple Watch

  • Fast Charging für noch schnelleres Laden

Kontra

  • Kein neues, grosses Gesundheits-Feature wie in den vergangenen Jahren

  • Tastatur-Feature erst über Umwege (Umstellen der Systemsprache auf Englisch) verfügbar

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