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Ein neues Leben für ausgediente Modems und TV-Boxen

Internet und TV sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber was passiert eigentlich mit alten Empfangsgeräten? Eine Reise nach Polen gibt Aufschluss darüber und zeigt eine Lösung, die auf Wiederverwenden statt Wegwerfen setzt.

Evelyne Owa

29. August 2022 . Lesedauer: 3 Min.

Vorbei an pastellfarbenen Plattenbauten und fassadenhohen Wahlplakaten fahren wir vom Flughafen Bydgoszcz zur Firma Reconext. Die Niederlassung des Refurbishment-Partners von Liberty Global, der Muttergesellschaft von Sunrise UPC, befindet sich in einem Industriequartier etwas ausserhalb des Stadtzentrums. Mit Refurbishment ist in diesem Fall das Wiederaufarbeiten von elektronischen Geräten wie Modems oder TV-Boxen gemeint. Dass sich Reconext in der Stadt Bydgoszcz mit ihren rund 344‘000 Einwohnern niedergelassen hat, sei kein Zufall, erklärt Nick Linford, Generalmanager des Standorts: «Wir haben hier im Ort mehrere technische Universitäten und Schulen. Unserer Angestellten sind sehr gut ausgebildet und bringen einen Uni-Abschluss in Elektronik, IT oder anderen technischen Richtungen mit.»

Es ist kurz vor 14 Uhr, am Eingang zur Produktionshalle herrscht reges Treiben. Die Nachmittagsschicht beginnt, während die Morgenschicht ihren Dienst soeben beendet hat. An der Sicherheitsschleuse werden noch rasch ein paar Worte mit den Kollegen gewechselt und die Mitarbeitenden machen sich bereit für die Schicht. Auch Alina Miklasz tritt durch die Sicherheitsschleuse und geht zu ihrer Arbeitsstation, an der gebrauchte Modems und TV-Boxen geprüft und gereinigt werden.

Alina Miklasz prüft und reinigt gebrauchte Modems.

Geräte wieder aufbereiten, Elektroschrott vermeiden

Die gebrauchten Geräte kommen aus der Schweiz und stammen von Sunrise Kundinnen und Kunden. Für sie ist die Sache erledigt, sobald sie das Paket am Postschalter oder am Kiosk abgegeben haben. Für die retournierten TV-Boxen und Modems beginnt nun allerdings der Weg zu einem neuen Leben – zur Wiederaufbereitung, damit sie erneut verwendet werden können. Manager Nick Linford ist von dieser Lösung überzeugt: «Wir vermeiden extrem viel Abfall, wenn wir die alten Geräte wiederaufbereiten.»

«Wir vermeiden extrem viel Abfall, wenn wir die alten Geräte wiederaufbereiten.»
Nick Linford, Generalmanager

So landet heute eine alte Sunrise TV Box bei Alina Miklasz. Zuerst registriert sie die Box mittels Seriennummer und überprüft dann, ob sie äusserliche Schäden wie schwere Kratzer oder defekte Stecker aufweist. Nach dieser visuellen Inspektion entfernt sie den Deckel, um die Box zu reinigen. Dabei kommt es vor, dass sie Dinge wie Schokolade oder Katzenhaare findet. Bei starken Gebrauchsspuren stattet Alina das Gerät neu aus. Ersetzte Bestandteile wie Deckel oder Boden werden nach Möglichkeit ebenfalls neu aufbereitet und wiederverwendet.

Präzise Resultate durch automatisiertes Testen

Nun kommt die TV-Box an die sogenannte Decision Line für einen Computertest. Dicke orange Kabelstränge ragen aus der Apparatur. Mitarbeitende schliessen die TV-Box an die Kabel an und der Computer überprüft innert weniger Minuten alle Funktionen des Geräts. Trotzdem geht es nicht ohne Menschen, die den Computer überprüfen, die Tests im Detail analysieren und so das Verfahren immer weiter verbessern. Stellt der Computer an einem Gerät eine Störung fest, geht es weiter in die Reparaturstation. Hier befindet sich der Arbeitsplatz von Szymon Wawerek. Der Techniker arbeitet schon seit vielen Jahren für Reconext. Dies ist spürbar, wenn man ihm bei der Arbeit über die Schulter schaut. Konzentriert und routiniert steckt er die Kabel und Drähte auf die Leiterplatte und lötet Kontakte zusammen.

Kabel im Test: Wenn's aufleuchtet, sind sie intakt.

Nach der Reparatur kommt die TV-Box dann erneut an die Decision Line. Tauchen weitere Störungen auf, geht es zurück in die Reparatur. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis alle Funktionen der Box wieder auf Grün stehen. Nach einem finalen Check wird sie samt Installationsanleitung verpackt. Die TV-Box ist so gut wie neu und bereit für die Rückreise in die Schweiz, wo sie schon bald wieder für Sunrise Kundinnen und Kunden im Einsatz steht.

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