Mit 5G zum Arbeitsmodell der Zukunft

Mit 5G können betriebliche Abläufe noch schneller, effizienter und unabhängiger vom Standort durchgeführt werden. 

Flexible Arbeitsbedingungen sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Dank der neuen 5G-Konnektivität ergeben sich Vorteile bei der mobilen Arbeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Flexible Arbeitsbedingungen sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Dank der neuen 5G-Konnektivität ergeben sich Vorteile bei der mobilen Arbeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Zahlreiche Unternehmen nutzen bereits heute moderne Netzwerke, um ihre Angestellten virtuell mit klassischen Arbeitsabläufen zu verbinden.

Man denke nur einmal an das Postwesen: Mithilfe von 4G-Technologie können Mitarbeiter in einigen Unternehmen bereits jetzt mit Tablets und digitalen Scannern Transaktionen wie zum Beispiel Echtzeitlieferungen abwickeln. Eine einzige Plattform ist dabei für den Austausch der notwendigen Daten zuständig, seien es Kundeninteraktionen, Bestellungen, E-Rechnungen oder sogar Personaländerungen – das Unternehmen behält stets den Überblick.

Dieses System ist von der traditionellen Vorstellung eines Postboten mit seinem Sack voller Briefe wohl so weit entfernt wie nur irgend möglich.

Mit 5G können Abläufe jetzt noch schneller, noch effizienter und noch unabhängiger vom Menschen durchgeführt werden Da Angestellte sich von überall aus verbinden können, ist es möglich, dass immer mehr Jobs und Aufgaben ausserhalb der eigentlichen Arbeitsstätte durchgeführt werden. Neben Virtual und Augmented Reality sowie zuverlässigen Videoanrufen für mehrere Teilnehmer tragen viele andere Tools zu dieser neuen Flexibilität bei.

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Die Möglichkeiten mit dem Netz der Zukunft – im Video animiert.

Ein Wartungstechniker, der eine Komponente an einem entfernten Standort reparieren soll, kann etwa einen Videoanruf in 4K-Auflösung mit seinen Kollegen führen. Diese leiten ihn mithilfe von dreidimensionalen und holografischen Projektionen durch den Diagnose- und Reparaturvorgang. Mit dem Aufkommen fortschrittlicher, tragbarer Medizingeräte kann das Personal im Gesundheitssektor seine Patienten ortsunabhängig und in Echtzeit kontaktieren sowie deren Zustand überwachen. Angestellte im Einzelhandel sind dazu in der Lage, neue Produkte in der virtuellen Realität zu betrachten und sich auf diese Weise weiterzubilden. Die Navigation durch die Inventarliste geht für sie ebenfalls schneller von der Hand, wodurch sie ihren Kunden eine höhere Servicequalität bieten können.

Die Fähigkeiten von 5G werden viele andere Technologien unterstützen, welche das Arbeitswesen vermutlich massgeblich verändern werden. Milliarden Geräte werden intelligent, der Transfer und die Analyse unglaublicher Datenmengen werden möglich. Vorhersagen der Finanzdienstleistungsgruppe DBS zufolge sollen bis zum Jahre 2030 125 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Um diese Zahl in Relation zu setzen: 2018 waren es gerade einmal 11 Milliarden.

Neue Arbeitsmodelle reduzieren Pendlerströme und tragen so zur Erreichen von Nachhaltigkeitszielen bei.

Gemeinsam werden diese Änderungen einen Wandel darin herbeiführen, was wir unter «zur Arbeit gehen» verstehen und damit verbinden. Untersuchungen von Johnson Controls – einem Unternehmen für Arbeitsplatzlösungen – lassen darauf schliessen, dass «Arbeitsplatz» schon bald nicht mehr synonym mit «Büro» sein wird. Immer mehr Unternehmen werden sich virtualisieren und Branchen, die bislang an einen bestimmten geografischen Standort gebunden waren, werden sich neue Expansionsmöglichkeiten eröffnen. Dazu zählt auch die Fertigungsindustrie, die den grössten Wirtschaftssektor der Schweiz darstellt.

Allerdings werden sich nicht nur die Abläufe und die stationäre Situation der Arbeit verändern: Auch der Arbeitnehmer der Zukunft darf sich auf einige Neuerungen freuen.

Der Wegfall der verpflichtenden Präsenz am Arbeitsplatz wird mehr Menschen grössere Freiräume zur örtlichen Gestaltung ihrer Arbeitszeit verschaffen. Nach Aussagen von IWG, einem Bürodienstleister mit Sitz in Zug, arbeiten bereits heute 53 Prozent der Angestellten weltweit für mindestens die Hälfte der Woche von zu Hause aus. Dem Konzept der Telearbeit tritt demnächst jenes der Telemigration hinzu: Dabei bieten Wissensarbeiter ihre Dienste über Grenzen (und Zeitzonen) hinweg an, ohne in ein anderes Land auswandern zu müssen.

Sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ergeben sich daraus zahlreiche Vorteile. Unternehmen steht auf diese Weise ein wesentlich grösserer Talentpool zur Verfügung, es können Kosten für Immobilien eingespart und der Zeitaufwand für Geschäftsreisen reduziert werden. Ganz beiläufig trägt diese Umstellung der Arbeitswelt also auch noch zum Erreichen von Nachhaltigkeitszielen bei. Arbeitnehmer sparen sich durch den Entfall von Pendlerstrecken Zeit und schonen die Umwelt. Vielen Menschen – wie jenen in den ländlicheren Regionen der Schweiz – eröffnen sich durch die Ortsunabhängigkeit vielerlei neue Arbeitsmöglichkeiten.

5G wird uns somit im Zusammenspiel mit anderen Technologien von jenen Fesseln befreien, die uns derzeit noch an bestimmte physische Standorte binden. Kollegiale Zusammenarbeit wird wesentlich leichter werden und der Entwicklung eines zukunftsfähigen, flexibleren sowie kosteneffektiveren Beschäftigungsmodells steht endgültig nichts mehr im Wege.